Die Welt durch neue Augen sehen – Das Thema „Augen Lasern“

Eine Vielzahl moderner Looks greifen auf die Brille als Stilelement zurück. Dabei wird oft vergessen, wie stark sich so manche Sehschwäche auf den Alltag auswirken kann und wie sehr sich Brillenträger im Alltag eingeschränkt fühlen können. Genau genommen stellen Sehhilfen nämlich eine Art Prothese dar und nicht nur ein nettes Accessoire für den „nerdy Look“ auf dem Uni Campus. Viele Betroffene wollen dieser gesundheitlichen Einschränkung endgültig Lebewohl sagen und hoffen dabei auf eine entsprechende Laseroperation. Dieser Wunsch erfüllt sich zwar nicht immer, aber in den letzten Jahren hat das „Augen Lasern“ enorme Fortschritte erzielt und wurde dadurch effizienter und risikoärmer.

Eine kurze Geschichte zum „Augen Lasern“

Die medizinisch korrekte Beschreibung der Behandlung von Augen lautet refraktive Chirurgie und obwohl die Methodik Lasern erst in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten wirklich populär wurde, gehen die initialen Forschungsprogramme auf die 30iger Jahre des letzten Jahrhunderts zurück (Lasern im eigentliche Sinne wird seit circa 30 Jahren bei menschlichen Augen eingesetzt). Allein dieser Umstand sollte für ausreichend Vertrauen bei den potentiellen Patienten sorgen. Es handelt sich bei Operationen am Auge zur Verbesserung des Sehvermögens also nicht um einen Trend aus jüngster Zeit, sondern um einen Behandlungsform, zu der seit über 80 Jahren Erfahrungen gesammelt werden. In den letzten Jahren wurde mit verschiedenen Arten von Herangehensweisen und Lasern experimentiert um für die verschiedensten Intentionen das passende Verfahren bereit zu stellen.

Verschiedene Laser und verschiedene Methoden
Verschiedene Erwägungen in der refraktiven Chirurgie haben zur Entwicklung von verschiedenen Verfahren geführt. Einen Auszug der wichtigsten Verfahren wollen wir hier kurz präsentieren. Es ist sehr wichtig den potentiellen Effekt mit den Risiken bzw. den Nebenwirkungen abzugleichen.

Photorefraktive Keratektomie (PRK)

Diese Methode leistete die erste Laser-Pionierarbeit bei der Verringerung von Sehschwächen. Sie wird seit dem Jahr 1987 eingesetzt und gilt als vergleichsweise wenig Invasiv. Es wird nur die Oberfläche der Hornhaut bearbeitet (Oberflächenablation). Im Gegenzug wird bei diesem Verfahren das Epithel nicht weiter verwendet. In der Regel wird davon ausgegangen, dass dieses Verfahren zwischen +4 und -8 Dioptrien angewendet werden kann.

LASEK und EPILASIK

Diese Behandlungen beschreiben direkte Weiterentwicklungen des PRK Verfahrens. Die Gemeinsamkeiten bestehen in der Anwendbarkeit im identischen Dioptrienbereich und bei der Oberflächenbehandlung des Auges. Die Unterschiede definieren sich durch den Umgang mit dem Epithel (Deckgewebe des Auges). Die Ablösung dieses Materials wird unterschiedlich bewerkstelligt und die spätere Verwendung variiert bei den Verfahren. Der Excimerlaser stellt die erste Wahl für diese Behandlungen dar. Am Häufigsten wird derzeit (Stand Herbst 2015) jedoch ein noch moderneres Verfahren angewendet.

Laser in situ Keratomileusis (LASIK)

Diese Operation scheint schon seit längerer Zeit in aller Munde. Dadurch ergibt sich vielleicht auch der Trugschluss, dass es sich hier um die sicherste Variante handelt. Dies ist durch den invasiven Einschnitt in die Hornhaut aber nicht zwangsläufig der Fall. Die Erholungszeit ist erheblich kürzer, aber das Risiko für Nebenwirkungen höher als beim PRK Verfahren. Ein Grund für Panik begründet sich in dem „erhöhten“ Risiko jedoch nicht. Zum einen sprechen wir bei den gewöhnlichen Nebenwirkungen keinesfalls vom Verlust der Sehfähigkeit, sondern lediglich von Unannehmlichkeiten, wie Blendeffekte oder trockene Augen. Nur bei durchschnittlich jedem hundertfünfzigsten Patienten (circa 0,7 %) treten Komplikationen mit Sehbeeinträchtigung auf.

Weiters kann das LASIK Verfahren als effizienter eingeschätzt werden, da es im Bereich zwischen + 4 und – 10 Dioptrien wirksam sein kann. Die hohe Popularität dieser Methodik begründet sich also durch den hohen Komfort (schnelle Regeneration) und der höheren Wirksamkeit (-10 statt -8 Dioptrien), während das Risiko nur gering höher eingestuft werden muss. In vielen Fällen kommt ein Femtosekundenlaser zum Einsatz. Wir wollen aber ebenfalls auf eine Alternative zum „Augen Lasern“ hinweisen, welche in den letzten Jahren oft erwogen wird. Damit wollen wir die Aufzählung der Methodiken abrunden, ohne alle Subformen, der oben erwähnten Varianten genauer zu besprechen.

Corneal Intrastromal Implantation Surgery (CISIS)

Bei dieser Methode wird ein entsprechend angepasster Ring unter der Oberfläche der Hornhaut platziert, welcher einen ähnlichen Effekt erzeugt, wie das Entfernen von entsprechendem Material durch Laser (Anpassung der Hornhautkrümmung). Das Risiko soll hier geringer sein als beim LASIK Verfahren und zudem gilt diese Methode als vollkommen umkehrbar, da der Ring sich einfach wieder Entfernen lässt. Wenn Sie also Angst vor dem eigentlichen „Augen Lasern“ haben, aber sich trotzdem nach einer Verbesserung der Sehfähigkeit sehnen, dann informieren Sie sich unbedingt bezüglich dieser Behandlung. Noch ist die Verbreitung nicht ganz so hoch, wie beim LASIK Verfahren, aber ein schärferes Auge sollte auf diese Option geworfen werden.

Wer sollte das „Augen Lasern“ unbedingt in Betracht ziehen?

In Deutschland stieg in den letzten Jahren die Anzahl der LASIK Operationen seit 2009 kontinuierlich an und lag im Jahr 2014 auf ungefähr 139.000 Eingriffen (Statistik). Bei dieser steigenden Zahl an Patienten stellt sich die Frage nach deren Motivationen. Wir wollen einige Grundsätze präsentieren, die unbedingt Bedacht werden sollten und gleichzeitig gute Argumente für eine Laseroperation darstellen.

Augen zu Lasern kommt keinem Wunder gleich

Die entsprechende Operation empfiehlt sich bei noch eher geringen Sehschwächen. Wenn zum Beispiel eine Kurzsichtigkeit von mehr als -8 Dioptrien vorhanden ist, dann wird der Laser in den meisten Fällen nur eine Linderung bewirken und eine Sehhilfe (Brille, Kontaktlinsen) bleibt weiterhin eine Notwendigkeit. Das Risiko wird sich in diesen Fällen eher seltener rechnen.

Das Risiko des Laserns richtig abschätzen

Es gibt sehr viele positive Erfahrungsberichte von Personen mit gelaserten Augen. Eine Brille kann tatsächlich den Alltag erschweren und gerade bei niedrigen Dioptrie-Werten wird sie nur streckenweise benutzt. Wenn die Sehhilfe selten zum richtigen Zeitpunkt bereit liegt, dann mindert das tatsächlich die Lebensqualität. In diesen Fällen sollte das moderne Laser-Verfahren in Betracht gezogen werden. Ähnliches trifft auf das Betreiben bestimmter Sportarten zu . Manchmal kommt eine Brille einfach nicht in Frage.

Wenn es sich jedoch nur um eine Eitelkeit handelt, dann wiegt das sehr geringe Risiko (grob 0,5 % bis 0,9 %) jedoch etwas schwerer. Viele Menschen definieren sich und ihre Persönlichkeit über ihre Brille oder verwenden Kontaktlinsen. „Augen Lasern“ schafft für sich genommen kein Selbsdtwertgefühl.

Welche Krümmung weist die Hornhaut auf?

Nehmen Sie sich unbedingt die Zeit für einen Informationsmarathon bevor Sie sich Lasern lassen. Dabei muss vor allem geklärt werden, wie das eigene Auge genau beschaffen ist und welche Methoden bei Ihrer Physiologie überhaupt zielführend sind. Schließlich bedeutet das Abtragen von mehr Gewebe auch mehr Risiko.

Ist Augen Lasern schlimmer als eine Spritze?

Bei all der gebotenen Vorsicht, auf die wir in diesem Beitrag hingewiesen haben, muss klar gestellt werden, dass die Ängste vor dem Eingriff meist irrational sind. Selbstverständlich sehen wir unser Augenlicht als ein wertvolles Gut – gerade deshalb kann Lasern in Frage kommen.

Der Eingriff selbst wird ohne Vollnarkose durchgeführt, da nur sehr wenig Gewebe betroffen ist und das Auge selbst schmerzunempfindliches Terrain darstellt (es kann nach einer Beruhigungstablette gefragt werden). Der eigentliche Laserstrahl arbeitet meist nur einige Sekunden (weniger als eine Minute). Nur die Vorbereitung, damit das Auge fixiert ist, kann etwas mühsamer werden (Fixierung mit Ringen etc.). Zudem wurde schon bei der LASIK Methode angesprochen, dass selbst im Bereich der schlimmsten Komplikationen nur von Sehbeeinträchtigungen und nicht von Blindheit die Rede ist.

Also wenn Sie sich gut beraten fühlen und sich durch die Operation einen tatsächliche Steigerung der Lebensqualität erhoffen, dann sollten Sie es den 139.000 Patienten in Deutschland im Jahr 2014 gleich tun und sich nicht von erfundenen Dämonen vom „Augen Lasern“ abhalten lassen.

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